Position beim Poker ist (fast) alles

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Die Position ist eine der wichtigsten Komponenten im Poker. Warum das so ist und welche Positionen es beim Poker gibt erfährst Du in dem folgenden Artikel.

Die Position im Poker bezieht sich auf die Reihenfolge, in der die Spieler handeln dürfen. Ein Spieler, der zuerst handelt, ist Out of Position (OOP), während ein Spieler, der zuletzt handelt, In Position (IP) ist. Das Spielen IP bietet einen deutlichen Vorteil aufgrund der zusätzlichen Informationen und der Möglichkeit, die Größe des Pots effektiver zu steuern.

In Bezug auf die Position gibt es zwei Szenarien, nämlich Preflop und Postflop.

Preflop spricht man von der Early-, Middle-, Late Position und den Blinds. Dies ist abhängig von dem jeweiligen Sitzplatz am Pokertisch.

Postflop spielt der tatsächliche Sitz, den man Preflop hatte, keine Rolle mehr. Hier geht es dann nur noch darum, ob man OOP, IP oder im Sandwich sitzt.

Wichtig ist, dass diese beiden Aspekte zusammenhängen. Wenn man vor dem Flop von einer Early Position aus spielt, ist es wahrscheinlich, dass man nach dem Flop OOP spielen muss. Wenn man dagegen eine Hand aus einer Late Position spielt, ist es ziemlich wahrscheinlich (oder in einigen Fällen garantiert), dass man für den Rest der Hand IP spielt.

Die Tatsache, dass der Startplatz bestimmt, ob man mehr oder weniger wahrscheinlich nach dem Flop IP spielt, ist ein sehr wichtiger Faktor, der die Eröffnungsstrategie maßgeblich beeinflusst.

Was sind die Startpositionen beim Poker?

Jeder Platz am Tisch erhält einen eindeutigen Namen, mit dem Pokerspieler leicht erkennen können, welche Hände man spielen sollte. Diese Sitze sind in eine von vier Kategorien unterteilt:

  • Early Position
  • Middle Position
  • Late Position
  • Blinds

Die Benennung der Positionen unterscheidet sich geringfügig, je nachdem, wie viele Spieler am Tisch sitzen. Als Beispiel beschreibe ich dies für 6-max Tische und ZOOM (Pokerstars), da dies wohl die beliebtesten Varianten beim Onlinepoker sind.

Das Bild unten zeigt die vier Kategorien, die ich erwähnt habe, aber auch weiter unterteilt nach den Namen der einzelnen Sitze.

Position
Positionen am Pokertisch

Hier noch einmal die jeweiligen Positionen am Tisch:

  • UTG (wird an diesen Tischen auch als MP2 bezeichnet)
  • MP (wird an diesen Tischen auch als MP3 bezeichnet)
  • CO
  • Dealer
  • Small Blind
  • Big Blind

Early Position

Die erste Position am Tisch ist UTG. UTG bedeutet Under the gun. Dies ist bei jeder Variante so, egal ob es sich um einen Fullring-Tisch handelt handelt oder wie hier um einen 6-max-Tisch.

under the gun
An einem 6-max oder ZOOM-Tisch wird die Position UTG auch als MP2 bezeichnet.

Am ersten Platzes des Pokertisches steht man unter Druck sich zu entscheiden, ob man in das Spiel einsteigt und bettet oder ob man foldet.

An einem vollen Tisch mit insgesamt sechs Spielern warten fünf Spieler darauf, nach UTG zu handeln. Es besteht also eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass ein anderer Spieler am Tisch mit einer Premium-Hand aufwacht, wenn Du Dich entscheidest Deine Hand zu spielen.

Selbst wenn jemandem eine mittelmäßige Hand hat und er sich entscheidet in die Hand einzusteigen, wirst Du nach dem Flop OOP spielen, es sei denn, er ist zufällig in den Blinds.

Aus diesem Grund muss man sorgfältig auswählen, welche Hände man spielen möchten.

Um dies einmal klar zu machen hier ein Beispiel. Du möchtest in UTG mit DameBube in das Spiel einsteigen. Dies scheint ja erst einmal keine schlechte Hand zu sein. Wenn man aber bedenkt, dass es über 400 verschiedene Kartenkombinationen gibt die besser sind als DameBube, dann ist die Annahme, dass man mit dieser Hand von UTG problemlos in das Spiel einsteigen kann, falsch.

Kartenmatrix
Es gibt mehr als 33 Prozent bessere Handkombinationen als QJo

Die Wahrscheinlichkeit das einer der folgenden Spieler eine bessere Handkombination hat und callt ist daher sehr groß. Postflop muss man dann womöglich mit einer schlechten Starthand aus der Early Position OOP spielen, was sehr schwierig ist.

Fazit: Aus der Position UTG sollte man nur mit sehr wenigen Händen in das Spiel einsteigen.

Middle Position

Die nächste Positionskategorie ist die Middle Position. Von hier aus sollte man immer noch ziemlich konservativ spielen. Im Vergleich zur Early Position kann man hier jedoch mit ein paar weiteren Handkombinationen eröffnen, da ein Spieler bereits gefoldet hat, was bedeutet, dass es weniger wahrscheinlich ist:

  • Dass du auf eine starke Hand stößt
  • Dass Du gezwungen sein wirst nach dem Flop OOP zu spielen

Eine guter Eröffnungsbereich aus der Middle Position beträgt circa 18 Prozent.

Kartenmatrix Middle Position
Starting Hand Chart MP

Wer es etwas konservativer mag, kann hier die Starthände T9s bis 76s, sowie A9s bis A2s heraus nehmen.

Late Position

Nach der Middle Position folgt die Late Position, die die beiden Sitze CO und Dealer beinhalten.

Man verwendet für jede dieser Positionen individuelle Namen, da sie sehr unterschiedlich zu spielen sind und daher ein großer Unterschied in der Strategie erforderlich ist.

Obwohl dies im Moment mit all den verschiedenen Namen und Abkürzungen eine Menge zu sein scheint, wird man damit im Laufe der Zeit keine Problem haben. Hat man erst einmal etwas Übung dann sind die Namen, Abkürzungen und Positionen in Fleisch und Blut übergegangen. Für mich ist das alles vollautomatisch und ich muss nicht einmal darüber nachdenken was was ist.

Ab hier wird der Anteil der Hände die man spielt sehr stark erweitert. CO spielt mit einem Eröffnungsbereich von circa 37 Prozent, an der Dealer Position wird der Eröffnungsbereich sogar auf circa 45 Prozent erweitert.

So könnten die Eröffnungsbereiche für CO und Dealer aussehen:

Kartenmatrix Late Position CO
Starting Hand Chart CO

 

Kartenmatrix Late Position Dealer
Starting Hand Chart Dealer

Der Grund für die starke Anpassung der Starthände liegt darin, dass nur noch wenige Spieler zum Handeln übrig sind. Entweder sind es drei ab CO oder zwei ab Dealer. Wenn wir ab diesen Positionen in die Hand einsteigen dann sind wir meist (ab Dealer immer) gegen die Blinds IP.

Da man sich ab der Position Dealer immer IP befindet, ist die Anzahl der Hände mit der man in das Spiel einsteigt wesentlich höher als auf allen anderen Positionen. Du wirst Postflop immer als Letzter handeln können, was bedeutet, dass der Dealer die beste Position am Tisch ist.

Blinds

Die Blinds sind etwas besonderes. Das fängt schon damit an, dass man hier immer ein wenig Geld zahlen muss.

Wenn man aus den Blinds spielen muss, reagiert man meistens auf die Erhöhungen anderer Spieler, anstatt sie selbst zu machen. Dies zwingt einen dazu, eine andere Strategie anzuwenden als bisher – man muss jetzt viel häufiger callen, insbesondere vom Big Blind.

Der Small Blind ist der schlechteste Platz am Pokertisch, da man Postflop immer OOP spielt und somit die geringste Menge an Informationen hat. Auch wenn Du vor dem Flop die vorletzte Entscheidung treffen konntest, bist Du nach dem Flop immer der Erste, der handeln muss.

Der Big Blind ist der am wenigsten profitable Platz am Tisch, da man einen ganzen Big Blind ohne Gegenleistung in den Pot setzen muss.

Fazit

Aus der Early Positionen sollte man nur mit sehr wenigen Händen in das Spiel einsteigen.

Aus der Middle Position kann man schon mit ein paar mehr Händen spielen.

Erst ab der Late Position kann man sehr viele Hände spielen.

Die Blinds sind die Verlustreichesten Positionen.

Hier eine Gewinnübersicht nach Position für das Jahr 2020.

Gewinn aufgeteilt nach Position
Gewinn aufgeteilt nach Position

Daraus folgt, dass man lieber IP spielen sollte als OOP. Man kann In Position auch wesentlich mehr Hände spielen, was einem mehr Gewinn verspricht.

Ich empfehle übrigens die Big Stack Strategie zu spielen, da diese die Positionen am Tisch berücksichtigt.

 

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